Studie belegt: Fernsehen macht gar keine viereckigen Augen

Wissenschafter der University of Pennsylvania stellten heute die Ergebnisse einer Studie vor, denen zufolge die Wahrscheinlichkeit, durch TV-Konsum viereckige Augen zu bekommen, bei nur verschwindend kleinen 0,2 Prozent liegt.

Mythos? Ja oder nein?

Mythos? Ja oder nein? (Bild: Rotkaeppchen68/wiki“)

PHILADELPHIA (np.at) – Mit einer groß angelegten Langzeitstudie gingen US-Wissenschafter der Medizinischen Fakultät der University of Pennsylvania der weit verbreiteten Ansicht, übermäßiger TV-Konsum führe zu einer sichtbaren Verformung der Augenpartie, auf den Grund.

Insgesamt wurden rund 12.000 Personen über den Zeitraum vom Säuglingsalter bis zum Ende des 30. Lebensjahres beobachtet.

Der Studienablauf im Wesentlichen: Der Satz „Schau‘ nicht so viel ins Fernsehkastl, sonst kriegst viereckige Augen“ musste mindestens einmal pro Tag in Richtung der ProbandInnen ausgesprochen werden, der jeweilige TV-Konsum wurde aufgezeichnet und die mit anderen Aktivitäten vor einem Fernseher oder Computermonitor verbrachte Zeit (beispielsweise Spielkonsolennutzung) ebenso genau protokolliert.

Parallel wurde eine etwas kleiner dimensionierte Kontrollgruppe eingerichtet, die ohne jegliche elterliche Warnung hinsichtlich der zu erwartenden Folgen des TV-Konsums das Ausmaß des Fernsehens eines durchschnittlichen US-amerikanischen Teenagers (also rund 13,5 Stunden täglich) absolvieren sollte.

„Die finalen, mehrfach geprüften Ergebnisse liegen seit wenigen Stunden vor. Sie sind teils erfreulich, teils erschreckend“, so der Leiter der Studie, Prof. Dr. Ivan Rebnov einleitend bei der Präsentation vor mehreren hundert Medizinern und Journalisten.

„Eine Verformung der Augen konnte – wie wir bereits im Vorfeld erwartet hatten – bei 98,3 Prozent aller Studienteilnehmer nicht festgestellt werden. 1,5 Prozent erlitten durch Schlägereien um die Fernbedienung so oft Blutergüsse, dass eine deutlich abgezeichnete Wölbung rund um die Augenpartie auftrat. Lediglich bei 0,2 Prozent war eine geringfügige, fast unsichtbare Veränderung der inneren Augenwinkel zu beobachten, deren Herkunft nicht eindeutig einem singulären äußeren Einfluss zuzuordnen ist. Es ist somit – also wissenschaftlich korrekt formuliert – nicht mit zweifelsfreier Sicherheit auszuschließen, dass bei diesen ProbandInnen der TV-Konsum viereckige Augen induziert haben könnte.“ Nach kurzer Pause der Nachsatz: „Aber was soll’s.“

Erschreckend sei laut Prof. Rebnov vor allem der Umstand, dass rund 87 Prozent der Eltern völlig überrascht darüber waren, dass es doch keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Augenform und Fernsehzeit gibt. Einige davon mussten laut Auskunft des Forscherteams sogar aufgrund der niederschmetternden Erkenntnis, ihr gesamtes bisheriges Leben lang einer gemeinen Lüge aufgesessen zu sein, von einem Kriseninterventionsteam behandelt werden.

„Naja, Amis halt“, schloss der aus Estland stammende Rebnov seine Ausführungen ab.

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