Erwin Pröll tobt: Sein Wunschkandidat wird nicht EU-Kommissionspräsident

NÖ-LH Erwin Pröll (ÖVP) kann es kaum fassen. Dass sein Wunschkandidat für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten,
der Chef des NÖ-Bauernbundes Hannes Schultes, von Brüssel nicht berücksichtigt wurde, sei ein Affront epochalen Ausmaßes, so Pröll.


LH Erwin Pröll (ÖVP) kurz vor seinem Tobsuchtsanfall

LH Erwin Pröll (ÖVP) kurz vor seinem Tobsuchtsanfall

ST. PÖLTEN (npa) – Im Zuge einer Heurigeneröffnung in Markgrafneusiedl (NÖ), bei der sich der Niederösterreichische Landesfürst im Kreise seiner Untertanen feiern ließ, wurde er versehentlich von einem Anwesenden Redakteur des Bezirksblattes auf seine Meinung zur vergangenen EU-Wahl angesprochen.

Pröll blieb erst erstaunlich ruhig und antwortete mit den allseits bekannten Stehsätzen, doch kurz darauf kam das Gespräch auch auf die Person des künftigen Kommissionspräsidenten, der – gegen den ausdrücklichen Wunsch Prölls – voraussichtlich doch nicht Landesobmann des NÖ-Bauernbundes und Kammerpräsident Hannes Schultes sein werde. Es kam zum unausweichlichen Eklat.

Ein namentlich nicht genannt werden wollender Markgrafneusiedler ÖVP-Gemeinderat, der gerade mit der Ausschank des Veltliners beschäftigt war, schildert die Situation: „Am Anfang war er (Anm.: E. Pröll) ja noch ganz gefasst, aber bald danach lief er urplötzlich sozirot an. Ich dachte ja erst, irgendein Lebensmüder hätte einen gemeinen Spruch über Prölls Frisur gemacht, aber es war noch schlimmer. Dieser leichtsinnige Bezirksblatt-Redakteur (Anm.: der mittlerweile ehemalige Redakteur) hat unsern Herrn Kaiser doch tatsächlich auf den Kommissionspräsidenten angesprochen, wo der doch nun gar nicht der Wunschkandidat vom Herrn Kaiser wird. Kein Wunder, dass er da wieder mal ausrastete. Selber schuld, der Schreiberling, kann ich da nur sagen, also wirklich…“

Wüste Szenen spielten sich ab

Weitere Zeugen des Vorfalls sprechen ebenfalls von wüsten Szenen. Pröll soll mit bebender Stimme geschrien haben, dass sich „der Kerl nur blicken lassen“ solle, der ihn da „einfach so übergeht“ und er sei schon lange nicht mehr so beleidigt worden. Das Wort „Majestätsbeleidigung“ soll gleich mehrfach gefallen sein.

„Als Eigentümer des wichtigsten Bundeslandes der Welt muss doch bitte jedem Dodel klar sein, dass ich nicht nur ÖVP-Obmänner, Minister oder Raiffeisen-Vorstände bestimme, sondern auch diese nixnutzigen EU-Heinis“.

Der bei der Heurigeneröffnung anwesende Gemeindearzt Ludwig Sulzinger konnte die Situation schließlich beruhigen, indem er dem völlig außer Kontrolle geratenen und wild tobenden Landesfürsten kurzerhand ein Sedativum in dessen Weinglas mengte, woraufhin dieser nach einigen Minuten wieder weitestgehend Herr seiner Sinne war und mit den üblichen Phrasen weiterhin die Segnungen der ÖVP und seiner Herrschaft pries.

(Bild: Lorenz Seidler/flickr.com)

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