FIFA rügt ORF wegen Vergehen gegen die Ethikrichtlinien

Der Weltfußballverband FIFA leitet rechtliche Schritte gegen den Österreichischen Rundfunk ein. Der Grund: Die Übertragungen der Spiele der WM 2014 und das Rahmenprogramm im ORF widersprächen klar gegen alle ethischen Grundlagen, denen sich die FIFA seit jeher verpflichtet hat.

Das ORF WM Studio - nicht nur wegen der Farbgebung ein Fall für die FIFA-Ethikkommission

Das ORF WM Studio – nicht nur wegen der Farbgebung ein Fall für die FIFA-Ethikkommission

WIEN/ZÜRICH (npa) – Hans-Joachim Eckert (GER) und Michael Garcia (USA), beide Vorsitzende der FIFA-Ethikkommission, haben in einem offenen Brief an ORF Generalintendant Alexander Wrabetz schwere Vorwürfe gegen den ORF und dessen „katastrophale“ Übertragungen der WM 2014 in Brasilien erhoben.

Es sei nicht länger zu tolerieren, wie der ORF bei seinen Übertragungen laufend alle Grenzen des guten Geschmacks übertrete und damit das hochseriöse Image der FIFA in Mitleidenschaft ziehe. Reporter wie Rainer „Die Diva“ Pariasek, Bernhard Stöhr oder Oliver Polzer seien für Spieler und anderen Akteure bei der Weltmeisterschaft nicht zumutbar und verletzen auch – gemeinsam mit Kommentatoren wie Herbert Prohaska oder gar Roman Mählich – auf grausamste Weise internationales Menschenrecht.

Erst kürzlich wurde in diesem Zusammenhang auch noch bekannt, dass der ORF nicht einmal mehr davor zurückschreckt, unschuldige Menschen für seine Zwecke sträflich zu missbrauchen, wie von der Tagespresse (» Link) aufgedeckt wurde.

„Wir haben den ORF – gemeinsam mit einigen anderen Rundfunkstationen, darunter die von Nordkorea, Myanmar oder Zimbabwe – bereits seit einigen Jahren im Visier“, so Garcia auf Anfrage durch NeuePresse.at.

„Bis vor kurzem konnten wir noch das eine oder andere Auge zudrücken, aber damit ist jetzt Schluss. Der ORF bezahlt außerdem meines Wissens nur das tatsächliche Entgelt für die Übertragungsrechte – da bleibt natürlich auch kaum Ermessensspielraum für besondere ‚mildernde Umstände‘, wie sie, nun ja, ‚kooperativere‘ FIFA-Partner gegebenenfalls in Anspruch nehmen könnten. Österreich und der ORF sollten sich da gefälligst an so blitzsauberen Partnern wie Brasilien, Qatar oder Russland ein Beispiel nehmen“, so der aufgebrachte Ethik-Chef der FIFA.

(Bild: ORF)

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