ÖBB auf Sparkurs: Budget für Instandhaltung empfindlich gekürzt

Die ÖBB sind weiter auf hartem Sparkurs. Nach Personalabbau und Auflassung ertragsärmerer Strecken muss nun auch im Bereich Instandhaltung der Infrastruktur eingeschränkt werden. „Sicherheit ist gewährleistet. Mehr oder weniger“, so ÖBB-Vorstand Kern.

Erste kleine Mängel werden da und dort sichtbar: Hier ein Teil der Südbahnstrecke (Nähe Neunkirchen)

Erste kleine Mängel werden da und dort sichtbar: Hier ein Teil der Südbahnstrecke (Nähe Neunkirchen)

WIEN (npa) – Die Österreichischen Bundesbahnen müssen auch weiterhin einem strengen Einsparungskurs folgen.

Erst kürzlich wurde ein empfindlicher Personalabbau bekannt, dem im Laufe des Jahres konzernweit noch mehrere tausend Mitarbeiter zum Opfer fallen sollen. Ein freiwilliger Gehaltsverzicht der Belegschaft steht im Raum. Selbst im Büro des Vorstands gibt es spürbare Einschnitte: Hier muss bis zum Stichtag 31. Oktober von Nespresso auf die wesentlich günstigeren Jacobs Kaffee Tabs umgestellt werden.

Die gravierendsten Veränderungen gibt es jedoch im Bereich der Instandhaltung. Hier wurde das Budget der ÖBB Infrastruktur AG, die unter Anderen für die Wartung des Schienennetzes verantwortlich ist, empfindlich gekürzt.

128 Mio. statt 1,6 Mrd. Euro. BM Bures: „Alles halb so schlimm.“

Waren bisher rund 1,6 Milliarden Euro sowie etwa 3400 Mitarbeiter für die Wartung der Gleisanlagen vorgesehen, muss künftig mit rund 128 Millionen und etwa 500 Mitarbeitern gehaushaltet werden.

Der Semmeringtunnel zeigt ebenfalls bereits minimale Anzeichen weniger intensiver Wartung

Der Semmeringtunnel zeigt ebenfalls bereits minimale Anzeichen weniger intensiver Wartung

Der Erhalt der technischen Mindestanforderungen („zwei halbwegs parallel verlaufende Metallstränge auf Holzschwellen montiert und in Schotter gelagert“) sei jedoch nach Angaben von ÖBB-Vostand Christian Kern auch weiterhin gewährleistet. „Zumindest auf wichtigsten und ertragreichsten Hauptrouten, etwa der West-Strecke von Wien bis Attnang-Puchheim“, so Kern.

Die zuständige Ministerin, Doris Bures (SPÖ) verteidigt den rigiden Sparkurs: „Im Vergleich zur Bildung, wo wir als SPÖ eigentlich traditionell sehr viel lieber einsparen, muss nun auch die ÖBB ihren Beitrag leisten. Wir rechnen selbstverständlich damit, dass die Unfallraten ein wenig ansteigen werden, können aber leider nicht jeden kleinen Kollateraleffekt berücksichtigen, wenn wir ernsthaft und nachhaltig mit den Kosten runter kommen müssen.“

(Bild: SnaPsi Сталкер/flickr.com, Vincent Anderlucci
/flickr.com
)

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