Große Veränderungen: Geradeausruck in Österreichs Innenpolitik

Österreich ist mit gewaltigen Veränderungen konfrontiert: Ein grüner Bundespräsident, ein vergleichsweise roter Bundeskanzler und ein in den Umfragen deutlich führender blauer Oppositionsführer. Das Land steht vor einem erdrutschartigen Geradeausruck, sagen Experten.

Christian Kern - der neue Messias

Christian Kern – der neue Messias?

WIEN (np.at) – Die ungewöhnliche Idee der SPÖ, zur Abwechslung mal wieder einen Sozialdemokraten an die Spitze zu hieven, wird in Österreich und international mit wechselnder Begeisterung aufgenommen. WählerInnen, Medien und Boulevard sind schlichtweg verwirrt: So richtig links ist das alles nicht, rechts aber auch nicht, also einfach geradeaus?

Diese durchwegs paradoxe Idee jedoch, Politik auch für Menschen zu gestalten, deren Vermögen sechsstellige Beträge nicht überschreitet, sei zwar außerordentlich ungewohnt, aber auch irgendwie „prickelnd bis spannend“, kommentieren namhafte Beobachter der heimischen Innenpolitik.

FPÖ empört über „Protestwählerdiebstahl“, ÖVP zeigt sich gewohnt ratlos

Bei der FPÖ macht sich bereits Unmut breit: „Ein Sozi als Chef der Sozis kommt für uns ziemlich unerwartet. Auf solche eine bedrohliche Entwicklung sind wir aktuell nicht vorbereitet. Dieser Kerl – pardon – Kern könnte uns noch die ganzen schönen Protestwähler wieder wegnehmen, die wir jahrelang mit unseren billigen Stammtischparolen eingelullt haben“, so FPÖ-Brainbug Herbert Kickl.

Der ÖVP ist die wachsende Panik ebenfalls unschwer anzusehen. ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner und ÖVP Wien-Häuptling Norbert Blümel suchen ihr Heil in der Flucht nach rechts hinten unten und werben lautstark dafür, doch endlich diesen unerhörlichen Sozialstaat aufzulösen, der den schieren Massen an Vermögenden im riesigen Mittelstand kontinuierlich nur das Geld aus der Tasche zu ziehen gedenkt.

Lachender Messias

Der frisch angelobte Bundeskanzler Christian Kern, der allerorts als Erlöser nach jahrzehntelanger sukzessiver Aushöhlung des Sozialstaats gefeiert wird, erscheint hingegen als lachender Dritter: „Ich persönlich finde es ja großartig, wie das mit diesem Ankündigen von irgendwelchen rabiaten Lösungen funktioniert. Ich habe zwar keine Ahnung, wie wir das alles politisch umsetzen sollen, oder mit wem, aber das werden wir schon irgendwie auf Schiene bringen, wenn Sie mir dieses Wortspiel erlauben. Irgendwann mach’ma das alles. Irgendwie. Glaub‘ ich.“

Wir drücken ihm jedenfalls die Daumen!

(Bild: SPÖ Presse und Kommunikation/wikipedia/CC BY-SA 2.0)

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