ORF präsentiert Sparpaket für Austragung des ESC 2015

Rund 25 bis 40 Millionen Euro sind das realistische Minimum, um eine halbwegs herzeigbare Finalshow für den Eurovision Song Contest zu produzieren. Der ORF beginnt bereits mit radikalen Sparmaßnahmen, um sich das Ereignis im nächsten Jahr auch tatsächlich annähernd leisten zu können.

ORF Generaldirektor Alexander Wrabetz: Die Begeisterung steht ihm ins Gesicht geschrieben.

ORF Generaldirektor Alexander Wrabetz: Die Begeisterung steht ihm ins Gesicht geschrieben.

WIEN (npa) – Seit Samstag Nacht herrscht am Wiener Küniglberg, dem Sitz des staatlichen Österreichischen Rundfunks (ORF), rege Betriebsamkeit.

Nachdem sich der erste Schock über den Sieg von Conchita Wurst für Österreich gelegt hatte, begannen sofort die konkreten Überlegungen, wie man eine solche Veranstaltung stemmen könnte.

Alexander Wrabetz, derzeit noch Generaldirektor und somit ausführendes Organ der ORF-Eigentümerinnen SPÖ und ÖVP, ist überzeugt, dass eine Ausrichtung des Eurovision Song Contents eine große Chance sei, für die ebenso große Anstrengungen gerechtfertigt seien: „Wir haben schon an so vielen Stellen ähnliche Summen eher sinnlos verbrannt, dass wir das diesmal eigentlich ruhig auch tun können. Sicherlich müssen wir da und dort ein wenig kürzer treten, aber daran darf und wird es nicht scheitern.“

Die wichtigsten Maßnahmen, die bisher bekannt gegeben wurden, im Überblick:

Die Landesstudios werden verkleinert und direkt an die jeweiligen Amtssitze der Landesregierungen angedockt. Dies spart nicht nur Betriesbkosten, sondern erleichtert auch gleich die „konstruktive, freundliche Zusammenarbeit“ (OT Wrabetz) mit den jeweiligen Landesfürsten.

Die Show-Formate „Dancing Stars“, „Die große Chance“, „Die Millionenshow“ und „Musikantenstadl“ werden im Umfang reduziert. Die Moderation der genannten Formate übernimmt Larissa Marolt. Die Verträge mit ihren wesentlich prominenteren – und somit teureren – KollegInnen werden bereits in den kommenden Tagen zur Auflösung avisiert.

Die Übertragungsrechte an Sportereignissen werden – nach Angaben Wrabetz‘ – „nur sehr behutsam eingedampft“. Lediglich Sportarten, in denen Österreich traditionell keinerlei nennenswerte Erfolge zu verzeichnen hat, werden gestrichen. Die frei werdenden Sendeplätze von Formel 1, Tennis und natürlich Fußball werden mit vergleichsweise günstigen Formaten gefüllt, etwa Wetter- oder Stau-Livecams.

Ob der Newsroom weiterhin bestehen bleibt, war bei der ersten Präsentation der Pläne noch nicht klar. Wrabetz dazu: „Die üblichen Querulanten wie etwa Armin Wolf oder Dieter Bornemann, die aus irgendwelchen Gründen immer noch an diesem anachronistischen Konzept der ‚unabhängigen Information‘ hängen, werden da sicher wieder motzen, aber schauen wir halt mal…“

Neben den bisher offiziell angekündigten Maßnahmen werden wohl auch weitere Einsparungen erforderlich sein.

Unbestätigten Gerüchten zufolge sei etwa Rainer Pariasek und Roman Rafreider jeweils die Hälfte des Etats für Garderobe, Make-Up und Hairstyling-Produkte gestrichen worden, was nach Schätzung von ORF-Kennern bereits ein Fünftel der zu erreichenden Einsparungen bringen könnte.

„Sollten wirklich alle Stricke reißen, werden wir halt den Stiftungs- und den Publikumsrat verkleinern müssen. Idealerweise, also wenn’s nach mir geht, auf null,“ so Wrabetz.

„Ach ja, und bei der Gelegenheit am besten auch gleich eine unauffällige Gebührenerhöhung, wenn wir schon dabei sind.“

(Bild: escaustria.at/flickr.com)

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1 Antwort

  1. Margarita Kasamas sagt:

    Eine Frage: Findet die Show Dancing Stars 2015 statt?

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